Der Tatort: die Restmülltonne. Das Opfer? Ein Laib Brot. Halb gegessen, hart geworden und schließlich entsorgt. Und damit kein Einzelfall. Denn Brot und Gebäck führen mit rund 28 Prozent die Liste jener Lebensmittel an, die am häufigsten in Österreich im Abfall landen. Dabei steckt hinter jedem Laib deutlich mehr als Mehl, Wasser und Hefe. Bis Brot im Einkaufskorb landet, braucht es Ackerflächen, Wasser, Energie, Transport und viel Handarbeit. Umso schwerer wiegt es, wenn es ungenutzt im Restmüll endet.
Spurensuche in der Restmülltonne
Die Ermittlungen zeigen ein klares Bild: Laut Bundes-Abfallwirtschaftsplan entstehen rund 61 Prozent der Lebensmittelverschwendung in privaten Haushalten. Die aktuelle Restmüllanalyse des Landes Niederösterreich zeigt, dass pro Person jährlich rund 21 Kilogramm noch genießbare Lebensmittel im Restmüll landen. Hochgerechnet sind das mehr als 35.000 Tonnen pro Jahr.
Mehr über die Hintergründe und warum gerade Brot so häufig im Restmüll landet, erfahren Sie im Artikel „Das Scherzerl der Wahrheit – Wie viel Brot landet wirklich im Abfall?“
Nebenschauplatz: Das Brotsackerl
Der Abfall-Krimi beginnt jedoch früher, nämlich direkt beim Einkauf. Entscheiden wir uns für ein Einweg-Brotsackerl, bleibt dieses nach dem Auspacken zurück und wird dabei oft direkt zum Abfallprodukt. Aber wohin mit dem Brotsackerl? Und ist das Einweg-Brotsackerl überhaupt notwendig? Die schnelle Antwort: Brot- und Gebäcksackerl gehören in der Regel ins Altpapier. Auch wenn sie ein kleines Sichtfenster aus Kunststoff besitzen, besteht die Verpackung überwiegend aus Papier. Das Kunststofffenster wird im Recyclingprozess automatisch entfernt. Nur wenn das Sackerl stark verschmutzt oder fettgetränkt ist, gehört es ausnahmsweise in den Restmüll. Noch besser als die richtige Trennung ist es jedoch, Einwegverpackungen von Anfang an zu vermeiden.
Wer beim Einkauf ein eigenes Stoffsackerl oder einen Mehrweg-Brotbeutel mitnimmt, spart sich die Einwegverpackungen von Anfang an und schont wertvolle Ressourcen.
Fallprävention: So landet Brot gar nicht erst am Tatort
Doch selbst die richtige Entsorgung der Verpackung löst den eigentlichen Fall nicht. Entscheidend ist, dass Brot gar nicht erst im Abfall landet. Schon kleine Maßnahmen helfen dabei:
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Bedarfsgerecht einkaufen: Nur so viel Brot kaufen, wie tatsächlich gebraucht wird.
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Richtig lagern: Brot bleibt länger frisch, wenn es richtig aufbewahrt oder portionsweise eingefroren wird.
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Kreativ verwerten: Hart gewordenes Brot ist nicht wertlos. Es lassen sich daraus zum Beispiel Knödel, Croutons oder Brösel herstellen.
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Weitergeben statt wegwerfen: Überschüssige Lebensmittel können geteilt werden, zum Beispiel über Foodsharing, Fairteiler oder im persönlichen Umfeld.
Die Ermittlungen sind abgeschlossen
Mit ein paar einfachen Gewohnheiten lässt sich der Fall ganz leicht lösen. Wer Brot bedarfsgerecht einkauft, richtig lagert oder portionsweise einfriert, sorgt dafür, dass es länger frisch bleibt. Und selbst wenn es einmal hart geworden ist, steckt noch jede Menge Potenzial darin – ob als Knödel, Croutons oder Semmelbrösel.
So wird aus einem wertvollen Lebensmittel bis zum letzten Bissen ein Genuss. Ein kleiner Beitrag mit großer Wirkung – für den Geldbörsel, wertvolle Ressourcen und unsere Umwelt.
