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Tag der Verpackung – Eine Welt ohne Verpackungen, eine gute Idee oder ein Trugschluss?

07. Juni 2026 | zuletzt aktualisiert am 05. Juni 2026
Auf dem Bild sind diverse bunte Verpackungen aus Kunststoff und Metall zu sehen.

Verpackungen stehen oftmals in der Kritik, weil sie Abfall verursachen und Ressourcen verbrauchen. Doch wie würde unser Alltag ohne sie aussehen? Zum Tag der Verpackung lohnt sich ein Blick auf ihre wichtige Funktion für Produktschutz, Haltbarkeit und Ressourcenschonung. 

Verpackungen sind mehr als nur Abfall 

Auf den ersten Blick scheint eine Welt ohne Verpackungen attraktiv. Weniger Verpackungen bedeuten schließlich weniger Abfall. Doch Verpackungen erfüllen zahlreiche wichtige Aufgaben: 

  • Sie schützen Lebensmittel vor Verschmutzung und Verderb. 

  • Sie verlängern die Haltbarkeit von Produkten. 

  • Sie ermöglichen den sicheren Transport von Waren. 

  • Sie liefern wichtige Informationen zu Inhaltsstoffen, Herkunft und Anwendung. 

  • Sie schützen empfindliche Produkte vor Beschädigungen. 

Verpackungen sollten nur dort eingesetzt werden, wo sie tatsächlich notwendig sind. Besonders bei Lebensmitteln können sie jedoch einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten: Oft ist die Umweltbelastung durch die Herstellung des Inhalts deutlich höher als jene der Verpackung. Verhindert eine Verpackung Lebensmittelverluste, überwiegt ihr Nutzen meist deutlich. Das gilt insbesondere für ressourcenintensive Produkte wie Fleisch, Käse oder Milchprodukte. 

Nicht „keine Verpackungen“, sondern die richtigen Verpackungen 

Die eigentliche Herausforderung besteht darin, Verpackungen möglichst ressourcenschonend zu gestalten. Moderne Verpackungslösungen verfolgen dabei mehrere Ziele gleichzeitig: 

  • ausreichender Produktschutz
  • möglichst geringer Materialeinsatz 
  • Recyclingfähigkeit 
  • Wiederverwendung sowie der Einsatz von Recyclingmaterial  

        Dabei gilt: Es gibt kein grundsätzlich gutes oder schlechtes Verpackungsmaterial. Ob Kunststoff, Glas, Metall oder Papier die nachhaltigste Lösung ist, hängt immer vom jeweiligen Einsatzzweck ab. Entscheidend ist eine ganzheitliche Betrachtung über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Konzepte wie „Design for Recycling“ helfen dabei, Materialien länger im Kreislauf zu halten und Umweltwirkungen zu reduzieren.  

        Zukünftig jedoch konkrete Verbote für bestimmte Verpackungsarten 

        Die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) sieht vor, dass bestimmte Einwegverpackungen aus Kunststoff künftig schrittweise vom Markt verschwinden. Ziel ist es, unnötige Verpackungen zu vermeiden, Mehrwegsysteme zu fördern und den Verbrauch von Ressourcen zu reduzieren. 

        Zu den künftig verbotenen Verpackungsarten zählen unter anderem: 

        • Kunststoff, zur Bündelung von Getränkedosen

          Einweg-Umverpackungen aus Kunststoff, die ausschließlich der Bündelung von Produkten dienen, beispielsweise Schrumpffolien um Getränkedosen oder Konservenpacks, sofern sie keine Schutz- oder Transportfunktion erfüllen.  

        • Take Away Verpackung

          Einweg-Kunststoffverpackungen für Speisen und Getränke, die in Gastronomiebetrieben vor Ort befüllt und konsumiert werden, beispielsweise Fast-Food-Verpackungen, Einwegbecher oder Einweggeschirr im „Eat-in“-Bereich. 

        • Orangennetz mit Orangen

          Einweg-Kunststoffverpackungen für frisches Obst und Gemüse unter 1,5 Kilogramm, wie etwa Folientrays, Kunststoffschalen oder Kunststoffbeutel.  

        • Schale mit Zuckersackerl

          Einweg-Portionsverpackungen im Gastgewerbe, etwa für Ketchup, Senf, Soßen, Kaffeesahne, Zucker oder Gewürze. 

        • Mini-Shampooflaschen sowie Seifen

          Kleine Einweg-Kunststoffverpackungen in Beherbergungsbetrieben, wie Mini-Shampooflaschen, Lotionen oder einzeln verpackte Seifen.

        Mit diesen Maßnahmen soll der Einsatz vermeidbarer Einwegverpackungen reduziert und der Übergang zu wiederverwendbaren oder ressourcenschonenderen Alternativen beschleunigt werden. 

        Verpackungen als Teil der Kreislaufwirtschaft

        Verpackungen werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Entscheidend ist jedoch, dass sie möglichst ressourcenschonend gestaltet, mehrfach genutzt und am Ende ihres Lebenszyklus recycelt werden. Eine vollständig verpackungsfreie Welt wäre daher weder praktikabel noch automatisch umweltfreundlicher.  Der Tag der Verpackung erinnert uns daran, dass die Diskussion nicht nur um Verpackungsabfälle geführt werden sollte. Ebenso wichtig ist die Frage, wie Lebensmittelverluste vermieden werden können. Denn oft schützt eine gut durchdachte Verpackung wertvolle Ressourcen, reduziert Abfälle und trägt damit aktiv zum Klimaschutz bei. Eine nachhaltige Zukunft braucht daher nicht unbedingt eine Welt ohne Verpackungen, sondern eine Welt mit weniger und kreislauffähigen Verpackungen. 

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